Tradition beim Richtfest.

Zu einem Richtfest gehört traditionell auch der Richtspruch. Er würdigt das vollbrachte Handwerk, dankt den Beteiligten und richtet den Blick auf die Zukunft des Gebäudes. Auch beim Richtfest des Neuen Rundfunkmuseums Fürth – HAUS DES HÖRENS durfte diese Tradition nicht fehlen.

Der Richtfestspruch zum Nachlesen:

Geweihte, Gewählte und Bestellte seid mir gegrüßt.
Geschätzter Oberbürgermeister Dr. Jung, hochwohllöbliche Kulturstiftung, liebe Planer, Handwerker und Mitwirkende,

verehrte Gäste.

Eine Vision für Fürth wurde erdacht,
mit Herzblut auf den Plan gebracht.
Der Bauherr fasste den Entschluss,
dass dieses Werk entstehen muss.

Die Kulturstiftung Fürth gibt’s seit vielen Jahren,
um Geschichte, Bildung, Begegnung zu bewahren.
Unseren Bauherrn Dieter Christoph für alle Zeiten
sollen Glück und Segen allzeit begleiten.

Im Jahre 1930 gründete Max Grund
den Radio-Vertrieb Fürth und das war pfundig.
Der Rundfunk war die Verbindung zur Welt,
der Heinzelmann kostete nur wenig Geld.

Aus der Grundig-Direktion – das war die Idee –
sollte entstehen – und das ist „schee“ –
ein Museum als Erlebnis- und Bildungsort,
wo technische Innovation und Zeitgeschichte leben fort.

Die Generalplaner DBCO aus dem Münsterland
hatten einen Entwurf ganz schnell zur Hand.
Mit klugen Sinn und sicherem Blick
entstand der Plan – Stück für Stück.

Grundriss, Fassade, wohl erdacht,
mit Kreativität zum Werk gebracht.
So nahm das Vorhaben seinen Lauf.
Schritt für Schritt ging es bergauf.

Mit Ämtern gabe es manches Ringen,
doch gute Planer werde es zwingen.
Sie kennen Wege, Recht und Brauch
und meistern solche Hürden auch.

Damit das Bauwerk sicher steht und hält
braucht es Tragwerksplanung und auch Geld.
Die Lang-Ingenieure rechneten genau
und gewissenhaft die Statik für den Bau.

Mit Fleiß von Morgen bis zur Nacht
ward dieses schöne Werk vollbracht.
Von Handwerkern mit Herrgotts Segen,
daran ist uns stets gelegen.

Ein Umbau ist kein einfaches Unterfangen,
der Bestand – manchmal zum Bangen.
Der Anbau aus Beton errichtet,
mit Sorgfalt gegossen und verdichtet.

Das neue Haus, wie es Ihr seht,
für Bildung und Kultur hier steht.
Als Rundfunkmuseum wird es genutzt,
es wird noch herrlich herausgeputzt.

Frau Karin Heinzler wird es leiten
den Anbau und Unterhalt begleiten.
Hier darf man forschen, staunen, hören,
selbst entdecken und Neues beschwören.

Im Tonstudio wird Klang entstehen,
Ideen werden weitergehen.
In Workshops lernt man mit Verstand
wie Technik wirkt – mit Herz und Hand.

Kinder, Jugendliche, Groß und Klein
sollen hier willkommen sein.
Mit Neugier, Wissen und Fantasie
entsteht Begeisterung für Technik wie noch nie.

Noch ist das Werk nicht ganz vollbracht,
doch vieles wurde schon gemacht.
Noch können Wind und Sonnenschein
durch manches offene Fenster herein.

Möge der Rest des Baues gedeih’n,
bald ein Ort der Begegnung sein.
Wo Jung und Alt zusammenfinden
und Freude an der Kultur empfinden.

So lasst uns denn, nachdem der Bau gediehen,
nach altem Brauch das Richtfest vollziehen.

Der Herrgott möge seinen Segen
allzeit diesem Hause geben.
Der Himmel schützt Dach und Wand
vor Sturm, vor Blitz und Feuers Brand.

Doch dass mein Spruch nicht länger währt
auf diesem hohen Posten,
will ich auf das Wohlsein aller Gäste von einem Glase kosten.

Kamerad, schenk ein!

Gebt mir das Glas – gefüllt mit gutem Wein!

Mein erster Trinkspruch gilt dem Bauherrn: der Kulturstiftung Fürth, Herrn Harald Neubarth und allen Verantwortlichen, vor allem aber den künftigen Besucherinnen und Besuchern des Hauses.

Von Herzen wünsche ich sodann,
was sich ein Bauherr wünschen kann:
Gesundheit, Glück und Zuversicht,
Erfolg verlasse dieses Haus auch künftig nicht.

Sie leben hoch – hoch – hoch!

Doch guter Wille ganz allein
kann niemals Baues Meister sein.
Es braucht Verstand und Zeichenkunst,
Erfahrung, Wissen, Schaffensgunst.

Die Architektur der DBCO ist sehr schick,
die Bauleitung machte Lenard Lerotic.
Sie planten sorgsam, klug und vernünftig,
Besucher werden dies schätzen künftig.

Um ein Bauwerk sicher herzustellen,
bedarf es weiterer Planer Quellen,
Statik, Brandschutz, Haustechnik,
Freisprechanlagen, Gestalter, Bauphysik.

Kamerad, schenk ein!

Dem Planungsteam, dem wollen wir danken,
hier im schönen Fürth in Mittelfranken.

Sie leben hoch – hoch – hoch!

Wo Kopf und Geist die Richtung weisen,
müssen Hände Großes leisten.
Und dies geschah – wir dürfen’s sagen –
an langen, schweren Arbeitstagen.

Mit Maurern, Betonbauern, Handwerksleuten
wird weiter gebaut in nächsten Zeiten.
Es folgen Ausbau, Technik, Licht –
ohne Handwerk entstünd‘ dies nicht.

Des Handwerks Stolz und Zier
soll leben durch dies Bauwerk hier!

Kamerad, schenk ein!

Der Stolz der ganzen Handwerkszunft,
die mit Fleiß und mit Vernunft
sorgsam wirkten mit Bedacht,
sei heut‘ von Herzen Dank gebracht.

Sie leben hoch – hoch – hoch!

Ich will den Gästen noch gedenken,
die ihre Gegenwart uns schenken,
um unsere Hände Werk zu ehren
und meine Sprüche anzuhören.
Gesundheit und Zufriedenheit,
die wünsch‘ ich Ihnen allen allezeit.

Der Hergott möge seinen Segen
dem Bauwerk und dem Bauherrn geben.
Vor Unheil, Wasser, Sturm und Brand
beschütz dies Haus mit starker Hand.

Das Glas ist leer – seht her: GANZ leer!

Wohlan, so sei’s nach alter Sitte
hinabgeschleudert in die Mitte.
Nun fahre hin, du Glas zum Grund,
geweiht sei dieser Bau zur Stunde!

Mein Spruch hat nun sein End erreicht,
ich steig von dieser Stell herunter.
Dies Haust steht fest – wir haben’s geschafft!
Mit Fleiß, mit Können und mit Kraft.
Nun danket Gott, dem Herrn da droben,
den alle Kreaturen loben.

Fürth, am Mittwoch, den 29. Juli 2026
Claus- Peter Schalk, XS Schalk Bauunternehmen

Alle Fotos: © Richard Linz


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